Der „Kanon“ der dorischen Tempelarchitektur
Architektur und Struktur
Der Tempel war ein Peripteros, erbaut aus lokalem Muschelkalk mit einer Verkleidung aus weißem Marmorputz. Er bestand aus Pronaos, Cella und Opisthodom. Auf dem Boden des Pronaos ist ein hellenistisches Mosaik mit Tritonen erhalten, während am Eingang die offizielle Krönung der Olympiasieger stattfand. Die Cella war durch doppelte Säulenreihen in drei Schiffe unterteilt.
Die chryselephantine Statue des Zeus
Im hinteren Teil der Cella thronte die 12 Meter hohe chryselephantine Statue des Zeus, ein Werk des Phidias und eines der sieben Weltwunder der antiken Welt. Der Gott wurde thronend dargestellt, ein Zepter und eine geflügelte Nike haltend. Die Statue wurde später nach Konstantinopel überführt, wo sie 475 n. Chr. durch einen Brand zerstört wurde.
Skulpturenschmuck
Der Tempel trug reiche Skulpturen in strengem Stil:
- Östlicher Giebel: Das Wagenrennen von Pelops und Oinomaos mit Zeus als Richter.
- Westlicher Giebel: Die Kentauromachie mit Apollon als zentraler Figur.
- Metopen: Die zwölf Taten des Herakles, die die Eingänge des Pronaos und des Opisthodoms schmückten.
Der Tempel wurde 426 n. Chr. auf Befehl von Theodosius II. niedergebrannt und im 6. Jahrhundert n. Chr. durch starke Erdbeben endgültig zerstört. Die ersten Ausgrabungen fanden 1829 durch die französische Expedition statt, während die vollständige Freilegung von deutschen Archäologen abgeschlossen wurde. Heute wird der Skulpturenschmuck im Archäologischen Museum von Olympia ausgestellt, während sich Teile der Metopen im Louvre befinden.























































